Mikrofleece taucht auf vielen Etiketten auf – oft ohne große Erklärung. Wer weiß, wie man normales Fleece wäscht, fragt sich berechtigt, ob Mikrofleece dieselben Regeln braucht oder ob es Unterschiede gibt. Die Antwort ist: größtenteils gleich, aber mit ein paar Nuancen, die in der Praxis durchaus relevant sind.
Was Mikrofleece überhaupt ist
Mikrofleece ist eine dünnere, engmaschigere Variante des klassischen Fleecegewebes. Die Fasern sind feiner – daher der Name – und das Gewebe ist leichter und glatter als normales Fleece. Es fühlt sich oft seidiger an, weniger voluminös, und liegt enger am Körper an.
Verwendet wird Mikrofleece vor allem in Unterziehschichten, leichten Laufjacken, Babybekleidung und dünnen Decken. Es ist atmungsaktiver als dickeres Fleece und trocknet noch schneller – Eigenschaften, die es besonders für Sport und Aktivitäten im Freien beliebt machen.
Das Material ist wie normales Fleece fast immer Polyester – der Unterschied liegt in der Faserdicke und der Webart, nicht im Grundmaterial.
Wo sich die Pflege unterscheidet
Die Grundregeln sind dieselben: 30 Grad, Schonwaschgang, maximal 800 Umdrehungen, kein Weichspüler. Soweit keine Überraschung.
Der relevante Unterschied liegt in der Empfindlichkeit. Mikrofleece ist dünner und damit anfälliger für mechanische Belastung. Was bei dickem Fleece noch toleriert wird – ein etwas zu hohes Schleuderprogramm, ein etwas zu grober Mitwaschpartner – kann bei Mikrofleece schneller sichtbare Auswirkungen haben.
Das bedeutet konkret: Beim Schonwaschgang wirklich bleiben, auch wenn man sonst vielleicht etwas laxer damit umgeht. Das Wäschenetz ist bei Mikrofleece keine optionale Maßnahme, sondern empfehlenswert – besonders bei dünnen Stücken wie Laufjacken oder Unterziehschichten.
Mikrofleece auf links drehen. Das schützt die glatte Außenseite vor direktem Kontakt mit der Trommel.
Pilling bei Mikrofleece
Mikrofleece pillet anders als normales Fleece. Die feineren Fasern bilden zwar auch Knötchen, aber diese sind kleiner und entstehen schneller. Gleichzeitig ist die Oberfläche bei gutem Mikrofleece oft dichter gewebt, was Pilling etwas verlangsamt.
Wer Pilling an Mikrofleece bemerkt, kann einen Fleecerasierer verwenden – aber mit Vorsicht. Die dünnere Materialstärke bedeutet, dass man etwas weniger Druck braucht und sorgfältiger arbeiten muss als bei dickem Fleece.
Mikrofleece und Mikroplastik
Ein Punkt, der bei Mikrofleece etwas stärker ins Gewicht fällt als bei anderen Materialien: Beim Waschen von synthetischen Textilien werden Mikrofasern freigesetzt, die ins Abwasser gelangen. Mikrofleece gibt aufgrund seiner feinen Faserstruktur tendenziell mehr dieser Partikel ab als gröberes Fleece.
Wer das reduzieren möchte, kann ein Wäschenetz verwenden, das speziell für diesen Zweck entwickelt wurde – diese Netze haben besonders feine Maschen, die Mikrofasern auffangen. Das ist kein Muss, aber eine einfache Maßnahme für alle, denen das Thema wichtig ist.
Trocknen
Lufttrocknen ist auch bei Mikrofleece die erste Wahl. Der Stoff trocknet ohnehin schnell – schneller als normales Fleece – und braucht keinen Trockner.
Wer einen kurzen Trocknergang auf niedrigster Stufe machen möchte, kann das tun. Aber die Notwendigkeit ist bei Mikrofleece noch geringer als bei dickem Fleece, weil die Fasern weniger zur Kompression neigen und sich nach dem Lufttrocknen meist von selbst gut aufrichten.
Für die grundlegenden Waschregeln, die für alle Fleece-Typen gelten, ist die Übersicht unter Fleece waschen ein guter Ausgangspunkt – Mikrofleece folgt denselben Prinzipien, braucht nur etwas mehr Fingerspitzengefühl bei der Umsetzung.
