Fleece imprägnieren – wann es sinnvoll ist und wie es richtig geht

Fleece und Imprägnierung – das klingt auf den ersten Blick etwas widersprüchlich. Fleece ist schließlich kein Regenmantel, und die meisten Menschen verbinden Imprägnierung mit Hardshell-Jacken oder wasserabweisenden Außenschichten. Trotzdem ist das Thema für bestimmte Fleece-Typen durchaus relevant – und wer es ignoriert, wundert sich irgendwann, warum seine Outdoorjacke nass wird und schwerer wirkt als früher.

Welches Fleece überhaupt imprägniert werden sollte

Nicht jede Fleecejacke braucht eine Imprägnierung. Eine normale Haushaltsfleecedecke, ein Pullover oder eine Kuscheldecke kommen ohne aus – sie sind nicht für den Einsatz bei Regen gedacht.

Anders sieht es bei Outdoorjacken aus, die eine DWR-Ausrüstung haben – also eine sogenannte Durable Water Repellency, eine wasserabweisende Beschichtung auf der Außenseite. Diese Beschichtung ist bei vielen Fleecejacken ab mittlerer Preisklasse bereits ab Werk vorhanden. Sie sorgt dafür, dass Regentropfen abperlen, statt in den Stoff einzuziehen.

Das Problem: Diese Beschichtung nutzt sich mit der Zeit ab – durch Tragen, durch Waschen, durch Reibung. Wer merkt, dass seine Fleecejacke bei Regen nass wird und sich schwer anfühlt, anstatt das Wasser abzuperlen, ist wahrscheinlich an diesem Punkt angelangt.

Wie man erkennt, ob eine Auffrischung nötig ist

Der einfachste Test: Ein paar Tropfen Wasser auf die Jackenoberfläche geben. Wenn das Wasser abperlt und kleine Tropfen bildet, ist die Imprägnierung noch intakt. Wenn das Wasser einzieht und der Stoff sofort dunkler wird, ist es Zeit für eine Auffrischung.

Manchmal hilft vor dem Imprägnieren zunächst ein normaler Waschgang – frisch gewaschen und noch leicht feucht reagiert Fleece besser auf Imprägniermittel als staubiger, getragener Stoff.

Imprägnierspray oder Waschmittel-Imprägnierung

Für Fleece gibt es zwei praktische Methoden.

Imprägnierspray ist die einfachere Variante. Die Jacke auf einem Bügel aufhängen, gleichmäßig einsprühen, kurz einwirken lassen und dann entweder lufttrocknen oder kurz in den Trockner auf niedrigster Stufe geben. Die Wärme aktiviert das Imprägniermittel und sorgt für eine bessere Haftung auf den Fasern.

Dabei gleichmäßig arbeiten und Stellen nicht doppelt einsprühen – eine ungleichmäßige Imprägnierung sieht man hinterher manchmal als fleckige Oberfläche.

Imprägniermittel für die Waschmaschine gibt es ebenfalls. Diese Mittel werden entweder direkt in die Trommel gegeben oder ins Waschmittelfach, und imprägnieren den Stoff während des Waschvorgangs. Das Ergebnis ist oft gleichmäßiger als beim Spray, weil das Mittel alle Stellen des Stoffs erreicht. Für größere Jacken oder wenn man mehrere Stücke gleichzeitig behandeln möchte, ist das eine praktische Alternative.

Was danach zu beachten ist

Nach dem Imprägnieren – egal ob Spray oder Waschmaschine – sollte die Jacke bei niedriger Temperatur kurz in den Trockner oder mit dem Bügeleisen auf niedriger Stufe (mit einem Tuch dazwischen) behandelt werden. Die Wärme ist entscheidend: Sie aktiviert die DWR-Beschichtung und sorgt dafür, dass sie sich fest mit den Fasern verbindet.

Wer diesen Schritt weglässt, bemerkt oft, dass die Imprägnierung weniger gut haftet und schneller nachlässt.

Wie oft imprägnieren

Das hängt von der Nutzung ab. Eine Jacke, die regelmäßig bei Regen und Wind getragen wird, braucht häufiger eine Auffrischung als eine, die nur gelegentlich im Freien zum Einsatz kommt. Als grobe Orientierung: einmal pro Saison bei intensivem Outdoor-Einsatz, oder immer dann, wenn der Wasserabperltest zeigt, dass die Beschichtung nachlässt.

Regelmäßiges Waschen beschleunigt den Abbau der Imprägnierung – ein weiterer Grund, Fleece nicht öfter zu waschen als nötig. Mehr dazu im Artikel über das Fleece richtig waschen und die richtige Fleecejacke waschen Anleitung.